Erinnerungen von Annika und Tina

Lieber Basti, lieber Brudi-Brudinho,

wir vermissen dich jeden Tag und erinnern uns oft an die vielen lustigen und schönen Momente, die wir mit dir erlebt haben. Das sind die Dinge, die wir nie vergessen werden (in nicht chronologischer und nicht bedeutungsrelevanter Reihenfolge):

  • Deinen total zernudelten und hundertmal geflickten Stoffhund Schlappi, den du überall mit hingeschleppt hast.
  • Die vielen Stunden, die du Annika geduldig in deinem Zimmer coole Computerspiele erklärt hast und sie hast spielen lassen (Lemminge, Solitaire und das allertollste: Ultima Underworld – ein Rollenspiel).
  • Wenn ihr früher abends im Stockbett nicht einschlafen konntet, hast du mit Tina erst gewettet, wer mehr Fußballspieler kennt (haha, wer wohl?) und dann seid ihr mit dem Schlachtruf „Bauch so weh!“ und natürlich ohne das geringste Bauchweh ins Wohnzimmer gestürmt.
  • Als du Annika mit deinen Kumpels durch Tricks und Augenzuhalten vormachen wolltest, ihr könntet den Fußball übers Germeringer Hausdach kicken.
  • Dass Annikas Grundschulfreundinnen total in dich verliebt waren, weil du so groß und cool warst.
  • Wie du, wenn dir etwas nicht gepasst hat, wie ein Pumuckl oder ein Rumpelstilzchen in die Luft gehüpft bist und gerufen hast „Rumpelstünz und Rumpelstünz“.
  • Wie du dich mit Tina gegen unliebsame Gartenarbeit wie Zwetschgenaufsammeln und Grasrechen verbündet hast und dir stattdessen lieber stundenlange Federballmatches mit ihr geliefert hast.
  • Das unglaubliche „Geheimrezept“, das du mit Annika kreiert hast. Es bestand aus: Spiegeleiern in der Pfanne beidseitig gebraten (= Pizzaboden), fertigen Spätzle drüber (= Pizzabelag), dazu ganz wichtig: je eine Breze.
  • Wie du Annika im Urlaub zum Einschlafen immer selbst erfundene Geschichten erzählt hast (Knupp der Knödel, Knut das Känguru, Der 8-beinige Tausendfüßler, Die unendliche Geschichte Teil 4-8 …)
  • Als du mit Tina ins Kino gegangen bist und ihr euch eigentlich „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ anschauen wolltet, ihr aber irgendwie in „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gelandet seid – zu deiner großen Belustigung und zu Tinas Schrecken.
  • Das Stoffschnabeltier Schnabi, das du Annika von deinem Australien-Aufenthalt mitgebracht hast und ohne das sie viele, viele Jahre nicht einschlafen konnte.
  • Wie du Annika heimlich bei Bud-Spencer und Terence-Hill-Filmen hast mitschauen lassen, obwohl sie das nicht durfte.
  • Wie du mit Tina einen ganzen Tag lang in der Stadt unterwegs warst, um eine neue Brille für dich auszusuchen, und du dann doch deine geliebte alte John-Lennon-Goldrand-Brille behalten hast.
  • Wie Annika mal mit 5 (!) Leuten in deiner WG in der Lachnerstraße übernachten durfte, nachdem sie im Backstage lange feiern waren und keine S-Bahn mehr fuhr (sie hat damals im Bad geschlafen …)
  • Wie du Tina in die Geheimnisse des Ausgehzeremonielles mit deinen Freunden eingeweiht hast: Eine vor dem Eingang etwa der Muffathalle in einem Baum in einer Plastiktüte deponierte Flasche mysteriösen Inhalts namens „Mische“, zu der man beliebig oft hingehen und sich während des Feierns bedienen konnte.
  • Wie Annika dir mal zum Geburtstag geschenkt hat, ins Kino zu gehen („The Beach“ mit Leonardo di Caprio), und sie sich total aufbrezeln musste, weil sie noch nicht 16 war, und du das total lustig fandest, weil sie so panisch war, dass ihr wegen ihr nicht reinkommt … (war natürlich unbegründet)
  • Dass du Annikas Facharbeit in Englisch über die Beatles so perfekt korrigiert und verbessert hast, dass sie 14 Punkte bekam.
  • Wie du auf Tinas Hochzeit zusammen mit Papa „Love Is All Around“ gespielt und gesungen hast und alle (naja, viele) geweint haben. (Annika hätte sich auch immer gewünscht, dass du das auf ihrer Hochzeit mal machst …)
  • Dein schier unerschöpfliches Wissen über Bands und Bandhistorien, mit dem du (nicht nur) auf Annikas WG-Party schwer beeindruckt hast.
  • Wie du mit Tina zusammen eine Gartenparty in der Lilienstraße gefeiert hast, mit Lagerfeuer, Klampfe, Gesang und allem Drum und Dran. Das war so schön!
  • Dass du mit Tina ca. 1995 zu Rock im Park gegangen bist, weil sie unbedingt Bon Jovi sehen wollte. Du hast ihr diesen Soft Spot aus musikalischer Sicht immer nachgesehen und ihr sogar noch, als sie dich in der Klinik in der Nußbaumstraße besucht und auf dich gewartet hat, extra Bon Jovi auf dem MP3-Player eingestellt.

… und so vieles, vieles mehr …


Bastis Porträt in der Abizeitung 1996

verfasst von Dalibor Durbek


Amrei Wenzel über Basti in der Abizeitung:

„Gitarrengott, der über seine eigenen Jokes am meisten eumelt.“


Birgit Menrad über Basti in der Abizeitung:

„Der Paul McHendrix von morgen.“